Leserbrief zum Interview Bürgermeister Christian Grahl

Es ist allgemein bekannt, dass unser Bürgermeister und einige der Ratsmitglieder der Meinung sind, dass der Badepark Berenbostel abgerissen und ein neues Hallenbad in Garbsen-Mitte gebaut werden soll. Es wurde auch bereits viel darüber geschrieben und diskutiert. Tatsache ist jedoch, dass das Hallen- und Freibad genau da steht, wo es hingehört und wo ausreichend Umgebung, Fläche, Verkehrsanbindung samt Parkplätzen sowie eine komplette Energieversorgung vorhanden sind.

Was ist das bitte für eine Logik, ideales Land für eine Einrichtung dieser Art zu verkaufen, um neues Bauland für mehr als 1,6 Mio, welches von der Größe und Umgebung nicht annähernd diese Vorteile bietet, zu kaufen?

Wir glauben, jeder ist darauf bedacht, die Kosten für die Stadt so gering wie möglich zu halten. Bei den Kosten, die für Planung und Architekten schon angefallen und für das geplante Bad auch noch anfallen werden (z. B. Kauf und Erschließungskosten des Baulandes) kann man von vorausschauender Sparsamkeit nicht reden.

Doch ist es auch mindestens genauso wichtig, für eine große und immer weiter wachsende Stadt wie Garbsen Freizeit- und Sportmöglichkeiten in ausreichender Form zu bieten.

Wer sich mit der Materie beschäftigt, muss sehen, dass eine geplante Wasserfläche von 525 qm zu derzeit jetzt weit über 2000 qm einfach nicht ausreichen kann. Warum werden die ganzen Anregungen und Bemühungen der Vereine und Bürger einfach ignoriert und boykottiert? Wenn man es oft genug erwähnt, dass die Stadt sich eine derzeitige Versorgung nicht leisten kann, weil wir „finanziell schlecht gestellt sind“, kann man sicherlich die Bürger dahingehend beeinflussen, das auch zu glauben. Jedoch sollte man nicht außer Acht lassen, dass genau diese Bürger irgendwann aufwachen und sich darüber klar werden, was eigentlich passiert ist. Der von Herrn Dr. Grahl in Raum gestellte Vorschlag, dass Freibad durch einen Trägerverein betreiben zu lassen, ist sicherlich eine Option, jedoch nicht unter der Prämisse, dass dieser Trägerverein auch für die gesamten Kosten aufkommen muss. Das ist einfach nicht realistisch und auch nicht machbar, aber eine gute Möglichkeit, den schwarzen Peter jemand anderen zuzuschieben. Wir haben uns bereits anderweitig umgehört, wie es andere Betreiber handhaben, und haben festgestellt, dass dort seitens der Verwaltung und des Bürgermeisters mehr Mut und Sozialengagement gezeigt wird, als in der großen zukünftigen „Universitätsstadt Garbsen“. Das finden wir sehr traurig.

Sicherlich ist auch die Mithilfe der Garbsener Bürger gefragt. Wir gehen einfach einmal davon aus, dass, wenn man ein gutes Konzept hat, wie der Badepark Berenbostel in Zukunft aussehen und funktionieren kann, sich diese Mithilfe auch einfordern lässt.

Aber dazu brauchen wir mutige und bürgernahe Politiker. Gerade in der heutigen Zeit wäre es unseres Erachtens wichtig, genau diesen Mut zu präsentieren. Wir hoffen, dass der Badepark Berenbostel nicht abgerissen, sondern erhalten bleibt, und dass das neue Hallenbad auch dort wieder aufgebaut wird, zumal das Geld und die Pläne für die Sanierung seit langem dafür bereitliegen.

Sabine Obermann, Berenbostel

Jürgen und Dagmar Fabich, Osterwald o.E.

Dr. H.-Friedrich Knorr, Garbsen-Mitte

Renate Rohde, Osterwald u.E.